Sind Thamnophen dem Einsteiger in die Terraristik zu empfehlen?

(editiert von Proximan, Strippen, Marcy, Fredi & Holsteinern)

Also vorab mal zur Info...unser Halter hatte hier erst was hingeschrieben, was sich aber anhörte, als müßten alle Leute dieser Welt nochmal zurück in den Kindergarten. So schlimm wollten wir das nicht stehen lassen und haben ihn dazu gebracht unsere 'Korrekturen' mit aufzunehmen!

T. s. sirtalis Bild 018Um es gleich vorwegzunehmen: GIBT ES ÜBERHAUPT ANFÄNGERTIERE, egal ob im Terrarium, an der Leine, am Kratzbaum oder sonstwo? Manche Tiere sind halt etwas unkomplizierter, andere machen Euch beim kleinsten Fehler gleich die Hölle heiß. Fehler passieren natürlich jedem und überall, aber sie sollten ohne schwerwiegende Folgen bleiben. Unser Halter meint (und da geben wir ihm absolut Recht), das vor einem Anfängertier erstmal ein betriebssicheres Anfänger-Terrarium erfunden werden müßte. Das sollte so beschaffen sein, das man über ein kinderleichtes Menü die zu haltende Art ansagt, und schon regeln sich die Temperaturen und die Luftfeuchte von ganz alleine.....wenn Ihr dann versucht ein falsches Bodensubstrat ins Terrarium zu schütten, müßte dieses unerbittlich ausgeworfen werden, das Trink- bzw. Badewasser müßte sich selbst wechseln und das Futter müßte auf Zustand und Größe überprüft werden. Naja, vielleicht baut Ihr Menschen bis zum Jahre 2020 ja sowas, aber bis dahin müßt Ihr wohl doch noch Eigeninitiative zeigen!

Wenn Ihr fleißig die Ausführungen von unserem Fredi unter Anschaffung auf diesen Seiten gelesen habt, dann wißt Ihr schon mal eine ganze Menge, die den Start in die Thamnophen-spezielle Terraristik erleichtern kann.

T. s. parietalis Bild 032Unser Herrchen erinnert sich immer wieder 'gerne' daran, wie er bei seinen ersten Versuchen, eine Natter einzufangen gescheitert ist - das kommt davon, wenn man ganz behutsam versucht, uns direkt hinter dem Kopf zu greifen. Ein viel schwerwiegenderes Problem, mit welchem Ihr immerzu aufs Neue konfrontiert werdet, ist das Erreichen und Beibehalten ordentlicher Temperaturen und Luftfeuchtewerte. Um hier an ein Optimum für uns zu gelangen braucht es ganz bestimmt einige Tests und Experimente (welche uns aber natürlich nicht schaden dürfen! - also sollten diese vor unserem Einzug durchgeführt werden). Herrchen hat festgestellt, das schon kleine Änderungen am Terrarium oder dem Raum in dem es steht, ziemlich große Auswirkungen auf das Klima haben können. So haben sich z.B. die Temperaturen nach dem Außenanstrich unserer Glaskästen hier durchschnittlich um mindestens 3 °C erhöht - das ist einigen von uns durchaus schon wieder zu warm. Die Meßgeräte, die Ihr zu kaufen bekommt, tuen ein übriges um alles durcheinander zu bringen (einige funktionieren so lala - andere offenbar fast garnicht...).

Das Schlimmste was Euch passieren kann sind kranke Tiere. Wenn man nicht so viel Glück wie unser Halter hat und keinen geeigeneten Tierarzt in der Nähe findet, ist guter Rat nicht nur teuer, sondern oftmals bleibt er gleich ganz aus. Und wir Nattern können alles mögliche haben und kriegen: Parasiten (außen & innen), Entzündungen, Verletzungen, Häutungsprobleme.... Meist gehen diese Krankheiten wiederum mit nicht ordentlichen Verhältnissen im Terrarium 'Hand in Hand'. Das ganze ist also wirklich kompliziert und wir Nattern beneiden Euch Menschen nicht darum!

Auf der anderen Seite solltet Ihr aber auch immer daran denken, das uns keiner gefragt hat, ob wir oder unsere Vorfahren mal so eben vom Ast gerissen werden wollten um nach Europa oder sonstwohin zu fahren. Also ist die Grundeinstellung das Allerwichtigste! Ihr werdet sehen, mit richtig viel Mühegeben habt Ihr auch richtig viel Freude an uns!

T. s. parietalis Bild 031Das könnten wir jetzt beliebig lange weiter ausführen, aber kommen wir mal zurück zum Thema! Hilfe und Ratschläge zu all diesen Themen und mehr findet Ihr übrigens durchaus hier auf Sirtalis.de und natürlich generell im Internet oder guter Fachliteratur!

Also, warum manch einer meint, uns als Tiere für den Anfänger benennen zu müssen, bleibt unklar. Ggf. liegt es daran, das einige von unseren Thamnophis-Arten/Unterarten ein riesiges Verbreitungsgebiet haben und oft zu Billigpreisen an Händler und somit auch preiswert an Käufer abgegeben werden. Aber man sollte uns auch nicht verteufeln, als generelle Todeskandidaten - wie gesagt, mit richtig viel Mühegeben und Schlaumachen sollte jeder Natternfan Freude an uns haben.

T. m. marcianus Bild 025Es ist eigentlich ganz leicht zu verstehen, wir gehören immerhin zur Großfamilie der Wassernattern (Natricinae), also brauchen wir auch deutlich mehr Pflege, speziell wenn es ums Sauberhalten geht. Aber ehe das begriffen wird, sind vielleicht schon erste Krankheiten da. Dazu kommt, das wir häufig frisch oder weniger frisch importiert werden. Da wir von Natur aus mit Parasiten behaftet sein können, muß sich um diese gekümmert werden.....da sind wir beim Thema, wie Ihr es anstellen sollt, uns die ekligen Medikamente einzuflößen. Manches könnt Ihr ja im Futter verstecken, aber eben nicht alles. Da heißt es dann uns zwangsweise das Mäulchen zu öffnen und das Medikament rein (nicht daneben!). Wir haben gemerkt, das unser Halter jetzt schon ein wenig mehr Übung mit sowas hat, so das es auch für uns nur ein wirklich kurzer, unangenehmer Moment ist. Aber die ersten Male waren schlichtweg eine Katastrophe!

Viele Halter reden sich leider auch selbst gerne mal etwas ein. So kommt die Wahl des zu haltendes Tieres zu unseren Gunsten oftmals zustande, weil jemand denkt, das wir ganz problemlos mit irgendwelchen Fischen oder Würmern zu ernähren wären und sonst nichts weiter bräuchten. Weiterhin reizt es viele Leute auch, uns in völlig nassen oder wenigstens feuchten Behältern unterzubringen, dabei besteht das Maximum unserer Wassernattern-Schaft doch eigentlich darin, das wir zumeist gerne ein Gewässer in der Nähe haben möchten. Und 'in der Nähe' bedeutet schließlich was anderes wie 'mittendrin', oder?

Zu guter Letzt wird häufig vergessen darüber nachzudenken, das wir beinahe alle in unserer jeweiligen Heimat ein paar Monate landunter kriechen wollen und eine kühle Winterruhe für uns beanspruchen möchten. Diese Winterruhbe dient nicht nur einer eventuellen Stimulation für Nachwuchsgeschichten, sondern verschafft uns auch auch ganz neuen Schwung im neuen Jahr!

Das klingt alles so negativ, das man sich nun auch fragen könnte, warum es dann überhaupt eine Thamnophis für's heimische Terarium sein muß, was? Aber denkt mal nicht, das andere Nattern, wie die Kornnatter oder die diversen Königsnattern nicht auch ihre Ansprüche haben. Die wollen auch meist trocken untergebracht werden, einige müssen klettern, andere können auch drauf verzichten, sie brauchen ordentliches Futter, schönes Wetter und im Winter natürlich ebenso eine Winterruhe.

Unser Vorteil liegt ganz klar darin, das wir (nach eigenem Ermessen) natürlich viiiiieeeel hübscher anzusehen sind und uns tatsächlich bei Tageslicht auch regelmäßig sehen lassen!

Also Fazit: Immer erst richtig informieren und dann losgehen und einkaufen! So vermeidet Ihr nicht nur Streß für Euch sondern auch für uns (ist uns eh wichtiger!).

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