Minis/FAQ's zu Bänder- und Strumpfbandnattern

Winterruhe


Woher stammt diese Idee mit der Winterruhe?

Sollte auch im Terrarium gehaltenen Thamnophen eine Winterruhe geboten werden, wenn ja - wann?

Wie lange kann die Winterruhe durchgeführt werden?

Wie kalt muß es während der Winterruhe sein?

Was muß während der Zeit der Winterruhe beachtet werden?

Wo soll die Winterruhe durchgeführt werden?

Wie richte ich das Winterruhe-Quartier her?

Kann jede Thamnophis bedenkenlos in die Winterruhe geschickt werden?

Was kann versucht werden, wenn man eine Winterruhe umgehen möchte?

Können nach der Winterruhe Probleme auftreten?


Woher stammt diese Idee mit der Winterruhe?

Nattern der Gattung Thamnophis legen bedingt durch die klimatischen Verhältnisse in ihrer Heimat Ruhepausen ein, welche je nach geografischer Lage von ungefähr Oktober bis maximal März/April andauern können. Diese Ruhepausen unterscheiden sich in Länge und Intensität auf Grund der im jeweiligen Verbereitungsgebiet herrschenden Temperaturen und Luftfeuchtewerte. Tiere aus dem südlicheren Flachland ziehen sich oftmals lediglich in ein Versteck zurück und stellen die Nahrungsaufnahme ein, während Gebirgstiere und nördlich vorkommende Arten über einige Wochen bis Monate bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ruhend ausharren müssen.


Sollte auch im Terrarium gehaltenen Thamnophen eine Winterruhe geboten werden, wenn ja - wann?

Eindeutige Antwort: Ja! Die Anzeichen zum Einleiten der Winterruhe sind meistens gar nicht zu übersehen. Die Nattern ziehen sich trotz der vermeintlich ungeänderten Temperatur und Beleuchtungsdauer häufig bereits ab Ende September merklich zurück, einige stellen die Futteraufnahme kurz darauf ein. Ab Anfang November können die Tiere sodann in ihre verdiente Winterruhe geschickt werden.


Wie lange kann die Winterruhe durchgeführt werden?

Für den ängstlichen Anfänger reicht für die meisten Arten der Gattung Thamnophis eine Winterruhe-Phase von 4-6 Wochen aus. Im Vorfeld werden die Tiere über ungefähr drei Wochen nicht mehr gefüttert und die Temperaturen und Beleuchtungsdauer schrittweise an mehreren Tagen reduziert. Nach den hier vorgeschlagenen 4-6 Wochen werden die Nattern wieder schrittweise über ungefähr 2-4 Tage an wärmere Temperaturen und längere Beleuchtungszeiten gewöhnt. Nach Abschluß dieser Gewöhnung kann das erste Futter nach der Winterruhe angeboten werden. Eine, nennen wir es mal, professionelle Winterruhe darf durchaus 3 Monate andauern.


Wie kalt muß es während der Winterruhe sein?

Die Temperaturen dürfen den Wert von 12°C nicht übersteigen und sollten möglichst nicht unter 5°C absinken. Generell sollten keine allzu großen Temperaturschwankungen während der Winterruhe auftreten. Viele Thamnophis-Halter und -Züchter richten sich nach folgender Faustregel:
Je höher die Temperaturen liegen, umso kürzer sollte die Dauer der Winterruhe sein und umgekehrt. Bei längerer, sehr kalt durchgeführter Winterruhe steigt die Notwendigkeit der Schaffung einer ausreichend hohen Luftfeuchte, wobei kürzere und wärmere Winterruhen bei normalen Luftfeuchtewerten (um die 50-60 %) durchgeführt werden können.


Was muß während der Zeit der Winterruhe beachtet werden?

Die Nattern nehmen auch während der Winterruhe Wasser auf. Deshalb benötigen Sie ständig Trinkwasser. Der wöchentliche Wechsel des Trinkwassers erscheint mir selbst übertrieben, oftmals ist es ausreichend das Wasser alle 3-4 Wochen zu erneuern oder je nach Qualität lediglich aufzufüllen.
Das Winterruhe-Quartier muß definitiv dunkel und gut belüftet sein (keine Zugluft!).
Die Tiere sollten bis auf die wöchentlichen Kontrollen der Behälter und den Wasserwechsel nicht gestört oder gar aus dem Behältnis genommen werden.
Während der Winterruhe nehmen die Nattern selbstverständlich kein Futter auf.
Neben konstanten Temperaturen ist auf eine ausreichende Luftfeuchte (mindestens 50-60 %) zu achten.
Der Winterruhe-Behälter muß ausbruchssicher sein.


Wo soll die Winterruhe durchgeführt werden?

Der optimale Ort wäre sicherlich das gewohnte Terrarium. Jedoch ist es aus Platzgründen kaum jemandem möglich, das Terrarium an einen anderen, kühlen Ort zu versetzen oder am gewohnten Platz für die erforderlichen, niedrigen Temperaturen und dauerhafte Dunkelheit zu sorgen.
Somit bieten sich frostsichere Räume jeder Art an, wie z.B. Keller, Garagen oder Dachböden. Auch auf die gewünschte Temperatur eingestellte Kühlschränke sind zweckmäßig.


Wie richte ich das Winterruhe-Quartier her?

Es ist vollkommen ausreichend eine gut belüftete und entsprechend große Plastebox aus dem Zoofachgeschäft zu verwenden. In diese wird ein lockeres, nicht zum Schimmeln neigendes Substrat oder einfaches Zeitungspapier eingebracht, eine gefüllte Wasserschale und einige Korkrindenstücke, Pappröhren oder ähnliches gelegt. Die Nattern graben sich für gewöhnlich in das gebotene Substrat ein (durchaus auch in zusammengeknülltes Zeitungspapier) oder verbringen viel Zeit im 'eiskalten' Wasser.


Kann jede Thamnophis bedenkenlos in die Winterruhe geschickt werden?

Es ist unbedingt sicherzustellen, das die Tiere gesund sind, d.h. das sie weder an äußeren noch inneren Parasiten kranken. Aufschluß gibt eine Kotproben-Untersuchung bzw. genaue Betrachtung.
Augenscheinlich schwache oder gar verletzte Tiere sollten nicht überwintert werden.
Gleichfalls sollten trächtige Weibchen erst nach der Geburt der Jungen und einigen Fütterungen überwintert werden.
Hinsichtlich der Überwinterung von Jungtieren bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres liegen sowohl positive als auch negative Erfahrungen und Meinungen vor.



Was kann versucht werden, wenn man eine Winterruhe umgehen möchte?

Wie anfangs schon erwähnt, ziehen die Tiere sich meist von selbst zurück und stellen die Futteraufnahme plötzlich oder schrittweise ein. Soll trotz dieses eindeutigen Verhaltens definitiv keine Winterruhe durchgeführt werden, kann versucht werden, die Nattern durch eine zusätzliche Wärmequelle, häufigeres Besprühen des Terrariums und ggf. Gabe von anderen Futtertieren (zB Regenwürmer), zum 'Wachbleiben' zu bewegen. Seltener ist es ausreichend, für eine kurze Zeit die Beleuchtung abzuschalten und die Temperatur etwas abzusenken.
Insgesamt betrachtet macht dies alles jedoch wenig Sinn, eine kurze kühle Winterruhe wird einer gesunden Natter immer eher entsprechen als das dauerhafte Vortäuschen von höheren Temperaturen etc.


Können nach der Winterruhe Probleme auftreten?

Für gewöhnlich sollten keine Probleme auftreten. Verdachtsmomente sollte man ggf. durch einen Tierarzt überprüfen lassen.
Am deutlichsten werden nach meinen Beobachtungen die Auswirkungen einer erfolgreichen Winterruhe bei den männlichen Tieren sichtbar: sofortige größtmögliche Aktivität, ein ausgeprägter Paarungswunsch und eine beinahe ungewöhnliche Bereitschaft zur Futteraufnahme herrschen hier vor. Die Weibchen hingegen nehmen oftmals erst nach der Häutung, welche nicht unbedingt schon kurz nach der Winterruhe erfolgt, das erste Futter an. Anschließend herrscht auch hier Aktivität, Paarungsbereitschaft und vor allem großer Hunger vor :-)

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