Der 1. & der 5. Wurf / 2006

T. s. concinnus Bild 014Für das Jahr 2006 hatte ich mir so einiges in Punkto Nattern-Nachzuchten vorgenommen, denn immerhin würden in diesem Jahr einige meiner speziellen Favoritinnen ihr drittes Lebensjahr erreicht haben und somit auch die notwendige Kondition zum Austragen der Jungtiere aufweisen.
So manches klappte aber auch nicht, bei der Anzahl der geglückten Versuche musste ich darüber wohl im Endeffekt kaum traurig sein. Ich hätte mich zwar sehr über Jungtiere von Thamnophis sirtalis parietalis oder Thamnophis sirtalis pickeringii gefreut, aber wenn ich mir vorstelle, dass ich vielleicht 40 Jungtiere zusätzlich hätte versorgen müssen, bin ich doch froh und späterhin hat ja schließlich das ein oder andere doch noch geklappt.

An einem schönen Samstagmorgen (konkret war es der 05. Juni 2006) schaute ich eher zufällig in das Terrarium meines Lieblings-Weibchens, einer aus einer Linie von Alan Francis stammenden Thamnophis sirtalis concinnus. Dieses Tier zeichnet sich nicht nur durch eine zwar nicht grelle, aber wunderschöne Färbung und Zeichnung, einen massiv rot-schwarz gesprenkelten Bauch (was wohl nicht zu häufig bei dieser Unterart auftritt) und eine beachtliche Gesamtlänge aus - sie ist auch mit Abstand die entspannteste Natter die ich bislang kennen gelernt habe.
Ich kam also gerade dazu, wie sie das vorletzte der insgesamt 9 Jungtiere auf die Welt beförderte und freute mich sehr endlich wieder einmal anwesend sein zu können wenn Jungtiere geboren werden, wenn auch der Großteil bereits damit beschäftigt war die dünnen Ersthäutchen im Terrarium abzustreifen.

T. s. concinnus Bild 01612 Tage nach der Geburt hatten alle Jungtiere bereits mindestens einmal gefressen; es war sogar schon soweit gekommen, dass ich 2 Jungtiere kurzfristig separieren musste, da ich mutmaßte sie könnten wohl platzen, wenn ich sie nicht stoppe. Erfreulicher Weise kam es vor Ablauf von 4 Wochen zu überhaupt keinen Streitigkeiten der Nattern untereinander ums Futter, auch in den nächsten Wochen reagierten sie nur während der Eintrübung vor anstehenden Häutungen und sowieso nur wenn eben Futter im Spiel war untereinander vielleicht mal etwas gereizter.

T. s. concinnus Bild 017Am 30. Juni 2006 gab es von Mutterschlange Nr. 2 namens Undotted (der Name rührt daher, dass sie im Gegensatz zu ihrer Schwester keinen kleinen roten Fleck auf dem Dorsalstreifen hat - sonst könnte ich die beiden gar nicht unterscheiden…) noch einmal 6 weitere zuckersüße T. sirtalis concinnus Jungtiere. Auch diese, anfangs eher sehr futterfischbetont lebenden Nattern gediehen wunderbar und machten mir nur Freude.
Mit knapper Vollendung des dritten Lebensmonats war es dann schließlich mit der Harmonie während des Fressens vorüber und aus den eben noch so braven Jungtieren entwickelten sich kleine Kampf-/Fressmaschinen. Über die kommenden Wochen zogen die Kleinen mittlerweile selbstverständlich futterfest auch auf reine Nagerteileverfütterung nach und nach bei ihren neuen Besitzern ein und die verbliebenen drei Jungtiere verbrachte ich vom 09. Dezember 2006 bis 15. Februar 2007 in eine Winterruhe, welche problemlos verlief und den kleinen (na ja, klein…!) Nattern sehr gut bekommen war, denn schon die erste Fütterung nach der Winterruhe war ein großer Erfolg.
Das letzte Jungtier dieser beiden Würfe gab ich im August 2007 an eine sehr kompetente junge Thamnophis-Freundin ab und mittlerweile bin ich mir ganz sicher, dass ich im Jahr 2009 unbedingt wieder eine Nachzucht mit diesen wunderschönen Nattern erleben möchte.

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Der 2., 3. und 4. Wurf / 2006

T. e. terrestris Bild 097Wenn drei Würfe in einen Text passen, kann das ja eigentlich nur bedeuten, dass sie von einer Art bzw. Unterart abstammen und zeitnah aufeinander gefolgt sein müssen - und genau so war es im Jahr 2006 bei meinen Thamnophis elegans terrestris auch gewesen.
Zum ersten musste ich unbedingt wissen, ob mein Weibchen Zbornak, welches im Jahr 2005 (vermutlich neurologisch) schwer geschädigte Jungtiere geboren hatte, auch in der Lage war für gesunden Nachwuchs zu sorgen (natürlich in Kombination mit demselben Männchen) – und das war sie! 8 tatsächlich ohne wirre Bewegungen und überhaupt nicht eingeschränkte Jungtiere krochen am späten Nachmittag des 26. Juni 2006 durch Zbornak’s Terrarium.

Während ich die Jungtiere von Zbornak aus dem Becken fing und dieses säuberte erfolgte im Nachbarraum schon die nächste Geburt: Cherry, meine wirklich sehr alte T. elegans terrestris-Dame wollte ich gern noch einmal nachgezogen haben. Ein Jahr später wäre aus dem Wurf wohl auch nichts vernünftiges mehr geworden, denn schon dieses Mal befanden sich unter insgesamt 23 Jungtieren 3 tote und 4 weitere, welche in den nächsten wenigen Tagen mit offener Bauchdecke verstarben.

Am Morgen des 27. Juni 2006, also gleich einen Tag nach der Doppelgeburt, überraschte mich sodann auch die dritte T. elegans terrestris-Madame Mary mit einem Wurf sehr hübscher Jungtiere, insgesamt 19 an der Zahl (wobei ein einziges in der ersten Nacht verstarb).
Wie ich es von dieser Unterart gewohnt bin, entwickelten sich die ja bei der Geburt schon sehr kräftigen Jungtiere sehr gut. Am fünften bzw. sechsten Tag nach der Geburt leerten die flotten Babes bereits komplett ihre Futterschalen, welche mit Rattenstückchen gefüllt waren.

T. e. terrestris Bild 096Am 20. Juli 2006 entdeckte ich im Aufzuchtsbecken der Jungtiere von Zbornak ein totes, seltsam gekrümmtes Jungtier. Ich habe wirklich einen Moment gebraucht um darauf zu kommen! Aber natürlich - dieses Jungtier war einem Übergriff zum Opfer gefallen. Eines der anderen Jungtiere hatte wohl versucht das vielleicht ja schon zu diesem Zeitpunkt tote Tier zu fressen – daher dieser auffällige Knick in der Körpermitte. Ich war schon sehr erschrocken und beobachtete nun über die nächsten Tage alle terrestris-Jungtiere ganz genau. Am 26. Juli 2006 kam es zu einem weiteren Übergriff, welchen ich - obwohl ich vor dem Becken saß - nicht mehr aufhalten konnte. Während der Fütterung hatten sich zwei Jungtiere aus Mary’s Wurf ins Beißen bekommen und das ‚Gewinnertier’ schluckte das unterlegene Tier so rasch ab, dass ich sie nur noch schnell packen konnte und beide unter den Wasserhahn hielt. Das ‚Gewinnertier’ ließ jedoch nicht nach und als ich nach gefühlten fünf und wahrscheinlichen eineinhalb Minuten das unterlegene Tier befreit hatte, war es verstorben. Bei diesem Tier war ich mir jedoch sicher, das es sich anfangs noch gewehrt und somit also noch gelebt hatte. Es hat mich sehr erstaunt in welch kurzem Zeitabschnitt ein Jungtier ein anderes durch Verschlingen plus Würgen töten kann.

Immerhin blieben diese beiden Aussetzer und Ausfälle die einzigen negativen Erlebnisse mit den terrestris-Jungtieren. Weder zuvor noch im Folgejahr (auch die betreffenden übergreifenden Tiere habe ich noch eine ganze Weile aufgezogen) habe ich etwas derartiges noch einmal erleben müssen; lag etwas in der Luft, dass die Tiere so aggressiv machte...?. Bislang sind mir auch von den neuen Besitzern der 2006’er Tiere solche Geschichten nicht zu Ohren gekommen. Die absolut strenge Überwachung der terrestris-Jungtiere bei den Fütterungen ist wohl unerlässlich - auch wenn man oft gar nicht den Eindruck hat, dass sie erforderlich wäre. Für gewöhnlich fressen die Jungtiere in einem derartig rasanten Tempo, dass es gar nicht zu Futterverwechslungen kommen kann; passiert so etwas aber doch, kann es eben auch richtig schief gehen.
Genau wie die T. sirtalis concinnus Jungtiere habe ich auch die T. elegans terrestris Nachzuchten aus 2006 ohne Verluste oder Probleme im Keller überwintert.

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