Die Nachzuchten von 2007

T. s.a. infernalis Bild 006

T. s.a. infernalis Bild 007Im Jahr 2007 hat das meiste, das ich mir in Bezug auf mögliche Nachzuchten erhofft hatte, leider nicht geklappt. Um endlich Thamnophis sirtalis pickeringii nachzuziehen, hatte ich sogar meine T. sirtalis concinnus Mädels von den Jungens ferngehalten und sämtliche Bemühungen endlich einmal wieder T. sirtalis parietalis nachzuziehen scheiterten erneut. Die Nattern paarten sich zwar und die ersten Wochen sah alles aus wie es sein sollte - aber schließlich krochen insbesondere die parietalis-Mädchen wieder schlank durch ihre Terrarien ohne Jungtiere oder Wachseier abgesetzt zu haben; es scheint als wären die von mir erwählten Männchen mit den Weibchen nicht ‚kompatibel’, so dass die Weibchen bei spätestens zwei Dritteln der Tragezeit die Eier glatt wieder zurückbilden. Bei der großen Verbreitung der Unterart und dem Nichtwissen um den konkreten Ursprung meiner Tiere braucht man sich vielleicht nicht allzu sehr darüber wundern. Die T. sirtalis pickeringii setzen immerhin Wachseier bzw. sogar einmal ein vollständig entwickeltes aber totes Jungtier ab. Aber genug gejammert! Schließlich muss ja nicht alles klappen, und einiges hat doch auch gut funktioniert!

Am 16.06.2007 zum Beispiel - da setze mein Teufelsweibchen von Thamnophis sirtalis infernalis erst einmal drei Wachseier ab. Ich war bei der Geburt anwesend und als es so losging machte sich erst einmal Ernüchterung breit, doch die Aufregung stellte sich flott wieder ein, denn nach den Wachseiern folgten wie am Schnürchen 11 quicklebendige Jungtiere. Diese setzte ich, wie mittlerweile bei mir üblich, in ein 30x30x20 cm großes Spinnenwürfelchen und bot nach 3 Tagen das erste Futter an (die Jungtiere sahen mir so zart aus…) und prompt fraßen die ersten auch gleich ein paar Häppchen. Über die kommenden Wochen musste ich zwei der Kleinen mit lebendigen Fischen und Regenwürmern zum Fressen animieren, aber letztendlich gelang es alle Jungtiere futterfest auf Rattenbabystückchen zu bringen.
Waren die Jungtiere bei der Geburt noch eher grünlich in der Grundfarbe (Rückenstreifen, Bauch) erfolgte mit jeder Häutung mehr eine Umstellung auf den gewünschten bläulichen Farbton.
T. s.a. infernalis Bild 008Das Muttertier, nicht umsonst Teufelsweibchen genannt, durfte fortan zusammen mit zwei anderen adulten Weibchen in einem Terrarium leben und siehe da: die neue Gesellschaft ließ sie tatsächlich rasch ruhiger werden. Mittlerweile erkennt man nur noch am Zappeln bei spontanem Zupacken, das es dieses Weibchen war das früher heftige Attacken auf die zugreifende Hand gestartet hatte. Ihre Nachkommen waren, abgesehen vom generell etwas nervöseren Temperament der Unterart, sehr umgänglich - erfreulicher Weise auch untereinander! So kam es während der gesamten Aufzucht kein einziges Mal zu einer ernsthaften Beißerei oder gar einer entsprechenden Verletzung.

Sechs Tage nach der infernalis Nachzucht entdeckte ich im Becken meiner Thamnophis cyrtopsis cyrtopsis Weibchen ebenfalls die 2007’er Jungtiere. Leider lief es nicht besser als in den Vorjahren, von insgesamt 13 Jungtieren waren 6 tot geboren. Daher habe ich beschlossen die Tiere in der bisherigen Konstellation nicht mehr mit einander paaren zu lassen. Ab 2008 könnte sodann ja auch das neu hinzu gekaufte Weibchen einmal Besuch meiner beiden Hammerkerls bekommen können.
Die Aufzucht war dieses Mal verglichen mit den Vorjahren doch eher unerfreulich; nur 2 der 7 Jungtiere waren bald bereit totes Futter anzunehmen, die anderen fraßen kleine lebendige Fische und manchmal auch gar nichts. Zwei der Jungtiere verstarben kurz vor Vollendung des zweiten Lebensmonats und zwei Tiere, welche sich mit Raffy P Sticks von der Firma Sera spontan zu richtig guten Fressern entwickelt hatten, übertrieben es bei einer Fütterung und fraßen zu viele Sticks auf einmal – diese Sticks quellen jedoch noch nach und so musste ich Mitte September 2007 zwei tote, mit auffällig gequollenen Bäuchen versehene Tiere in den Aufzuchtsbecken finden.
Insgesamt also weniger erfreulich, wobei die abgegebenen 3 Tiere sich wunderbar entwickelt haben. Wie auch immer; ich setze große Hoffnungen in das neue Weibchen, da ich feststelle, dass Thamnophis cyrtopsis cyrtopsis immer seltener einmal nachgezogen wird, was wohl kaum an der Optik oder dem Verhalten dieser traumhaft schönen Schlangen liegen kann.

T. e. terrestris Bild 098Im Herbst 2006 hatte ich ein Thamnophis elegans terrestris Weibchen aus einem Direktimport aus den USA übernommen. Besonders auffällig war an ihr die vollständige Rotfärbung des Bauches – und so nannte ich sie denn auch gleich ‚das Bäuchlein’.
Wie alle meine Nattern, hatte auch Bäuchlein eine 78-tägige Winterruhe hinter sich gebracht, als ich sie zusammen mit einem meiner Männchen aus eigener Nachzucht 2003 vergesellschaftete. Ganz anders als ich es von meinen T. elegans terrestris Weibchen gewohnt war, paarte sich Bäuchlein lieber im Versteckten; unter den Unterschlupfschalen oder wenigstens geschützt durch Pflanzendeckung – witzig! Ich konnte die kommenden Tage fest davon ausgehen, dass sie ganz sicher unter einer der Schalen zusammen mit dem Männchen herumlungern würde. Nach 4 Wochen Permanent-Kontakt, welcher nicht einmal fürs Fressen unterbrochen wurde, setze ich das Männchen wieder ins eigene Becken zurück und schon begann Bäuchlein gierig die dargebotenen großen Rattenbabys zu verschlingen.
Während ich früher auch mal 4 oder 5 dieser 4-7 cm großen Rattenbabys an ein einzelnes trächtiges Weibchen verfüttert hatte, habe ich in den letzten Jahren doch festgestellt, dass derartige Futtermassen nicht erforderlich sind. So bekam auch Bäuchlein maximal 2 dieser Futtertiere.
Am 06.07.2007 gebar Bäuchlein sodann 12 lebendige und 1 totes Jungtier, welche teilweise doch etwas länger brauchten um futterfest auf das was ich für die Unterart terrestris immer ‚alles mögliche’ nenne zu werden. Das winzigste der Jungtiere verstarb mir sogar noch Anfang Oktober, aber alle anderen waren bis zu diesem Zeitpunkt zu gierigen kleinen Rackern geworden. Im Gegensatz zum teilweise überaus aggressiven Verhalten untereinander der Jungtiere aus 2006 waren die von 2007 deutlich entspannter veranlagt, schlimme Beißereien habe ich in meinen Aufzeichnungen gar nicht vermerkt - und das hat nicht nur für T. elegans richtig was zu bedeuten ;-)

Den Winter 2007/2008 verbrachten die meisten Jungtiere nicht im Keller, nur die ganz kräftigen T. elegans terrestris Tiere verbrachte ich einige Wochen in die Winterruhe, welche aber aufgrund des milden Wetters nicht allzu lange andauerte. Wie schon in den Vorjahren habe ich auch dieses Mal keine schlechten Erfahrungen bei den überwinterten Jungtieren machen müssen; aber natürlich sind auch die nicht überwinterten gesund und munter über diese Zeit gekommen.

T. e. terrestris Bild 099

Übersicht


Falls der verwendete Internetbrowser JavaScript nicht unterstützt oder es explizit abgeschaltet wurde, kann am Seitenende vereinfacht auf Sirtalis.de navigiert werden.

Startseite Updates Suche Umfragen Impressum
Natterntalk Artenliste Lebensweise
Anschaffung Fütterung Kotprobe Winterruhe Nachwuchs Probleme
Minis/FAQ's Foto(storys) Video-Clips
Literatur Links eMail-Kontakt Gästebuch