Der Buckel an der Kloake

T. s. sirtalis Bild 027Am 12.11.2001 bemerkte ich erstmals das der Kloakenbereich meiner kleinen Holsteiner Nr. 03 (0,1 Thamnophis sirtalis sirtalis) eine leichte Verdickung aufwies. Die kleine ist nun knapp 4 Monate alt und macht mir wirklich nur Freude! Den lieben langen Tag ist sie damit beschäftigt über die Äste oder die künstliche Pflanze im kleinen Aufzuchtbecken zu klettern und neugierig durch die Scheibe nach draußen zu sehen. Längere Aufenthalte in den Verstecken sind eine absolute Seltenheit, die anfängliche Vorliebe für das Rutschen unter dem Küchentuch, wurde ebenfalls beinahe komplett abgelegt. Nr. 03 und ihre beiden Freunde können somit fast den gesamten Tag in ihrem kleinen Terrarium beobachtet werden.

Fütterungsmäßig gab es beinahe den gesamten Oktober bei ihr und den beiden Mitbewohnern eine kleine Flaute. Die drei gingen nur nach längerem Zögern an das angebotene Futter und fraßen recht wenig. Das hatte sich in den letzten 14 Tagen völlig geändert. Von einem Tag auf den anderen nahmen die drei 'massenhaft' Futter auf. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, den kleinen Nachteil wieder aufholen zu können, bot ich nun nicht mehr jeweils am 4. oder 5., sondern bereits immer am 3. oder 4. Tag nach den Fütterungen erneut welches an. Dieses wurde auch sogleich angenommen.

T. s. sirtalis Bild 028Bevor ich neues Futter anbot, stellte ich eigentlich immer fest, das die kleinen Strumpfbandnattern gekotet hatten. Daraus schlußfolgerte ich, das sie auch verdaut hatten und bereit für neue Nahrung seien.

Am 14.11.2001 setzte ich die Tiere wie gewohnt zwecks Säuberung ihres kleinen Terrariums in eine Plastebox. Hierbei mußte ich feststellen, das der vor zwei Tagen noch recht kleine Huckel in der Kloakenregion bei Nr. 03 nicht verschwunden, sondern wesentlich größer geworden war! Mein erster Gedanke war, das die kleine eine Verstopfung haben könne oder ggf. kurz vorm Abkoten stünde.

T. s. sirtalis Bild 029Um hier also etwas zu helfen, badete ich die kleine Natter knapp 10 Minuten im lauwarmen Wasser. Für gewöhnlich koten die Nattern bereits beim Baden in das Wasser - nicht so Nr. 03! Nach dem Baden war sie ziemlich groggy, ich tastete ganz vorsichtig den Bereich um die Kloake ab. Nr. 03 schien keine Schmerzen dabei zu verspüren. Ich überlegte kurz, ob ich vorsichtiog versuchen sollte, an der Kloake herumzudrücken. (Nun, ich muß zugeben, ich habe keine Ahnung von sowas, deshalb ließ ich es auch bleiben.)

T. s. sirtalis Bild 030Die kleine kroch noch etwas auf meiner Hand umher, anschließend setzte ich sie ohne Futter zurück ins Terrarium. Nachts schaute ich noch einmal nach, ob sie ggf. gekotet hatte - leider nicht! Verhaltensmäßig gesehen benahm sie sich sowohl bei meiner Begutachtung nachts als auch heute am 15.11.2001 ganz normal.

Mittlerweile war die Verdickung nicht mehr zu übersehen. Ich hatte den Verdacht, das es sich vielleicht um etwas mehr als 'nur' eine Verstopfung handeln könnte. Mögliche Folgen eines solchen Vorfalls können rasch und leider endgültig eintreten. Wenn die kleine Natter nicht abkoten konnte, würde sie recht schnell von ihrem eigenen Kot vergiftet und sterben. Das mußte ich natürlich verhindern.

T. s. sirtalis Bild 031T.

Ich kann wirklich nicht klagen, denn mein Tierarzt praktiziert nur wenige Autominuten entfernt. Nr. 03 wurde also verpackt und ab gings....

RESULTAT:

Nr. 03 hat es nicht leicht, sie ist krank! Nach kurzer Untersuchung mußte ich erfahren, das es sich nicht nur um eine Verstopfung handelt. Der Tierarzt tippte auf Innenparasiten (Amöben, Flagellaten..). Nun ich kann schon fast von Glück reden, das die Kotprobe lediglich einen Befall mit Flagellaten (Erreger Rigomastix) ergab, da dieser Befall nicht so kritisch ist, wie es ein Befall mit Amöben wäre. Wie auch immer - Nr. 03 reiht sich in die Riege der Nattern ein, welche in den zweifelhaften Genuß kommen, von mir nun Medizin ins Mäulchen gedrückt zu bekommen. Das wird sicherlich noch komplizierter als sonst, da die Natter wirklich noch recht klein ist. Ihre beiden Freunde Nr. 01 und Nr. 02 nehmen an der Therapie vorerst nicht teil. Es ist aber damit zu rechnen, das sie ebenfalls befallen sind. Auf Grund ihrer geringen Körpergröße und des bisherigen Ausbleibens eines Anzeichens für die Erkrankung kommen sie (vorerst?) um die Behandlung herum.

T. s. sirtalis Bild 033Nr. 03 wird also die kommende Zeit alleine verbringen und hat hierzu erst einmal provisorisch die Transportbox bezogen. Das kleine Terrarium der beiden anderen Nattern habe ich heute sofort vollkommen desinfiziert und mehrmals ausgespült, nach der gestrigen Fütterung mit Babymausstücken war das aber sowieso fällig. Die Ursache für den Befall kann man nicht konkret bestimmen, da es zuviele Möglichkeiten gibt. Zum einen habe ich den drei kleinen Holsteinern hin und wieder Aquarienfische gefüttert, die durchaus als Überträger in Frage kommen können. Zum anderen handelt es sich beim Muttertier der drei um einen Wildfang, ggf. liegt oder lag hier also auch ein Befall vor.

Ich ärgere mich natürlich nun auch über mich selbst! Vor wenigen Wochen war ich mit den drei kleinen Holsteinern beim Tierarzt gewesen, um Kotproben überprüfen zu lassen. Weil sie zu dieser Zeit jedoch so spärlich fraßen, konnte die alles andere als 'üppige' Kotprobe damals nicht ausgewertet werden. Ich kann es nicht ändern, aber hätte ich die nun aufgetretene Entzündung bei Nr. 03 verhindern können, wenn ich wenigstens eine Woche eher erneut zum Tierarzt gegangen wäre? An diesem Punkt wird wieder einmal klar, wie wichtig es ist regelmäßig Kotproben der Tiere untersuchen zu lassen. Für den Fall (oder auch generell), das entsprechend ausgestattete Tierärzte oder Laboratorien nicht verfügbar sind, sollte man sich an Exomed wenden.

Ich muß schon sagen, die kleine Nr. 03 tut mir sehr leid - so kurz auf der Welt und schon komme ich nun ständig mit der Plastekanüle auf sie zu. Nach allen möglichen Krankheiten, welche meine Nattern überstehen mußten (Nematoden, Amöben, Lungenwürmer, Darmbakterien, Vitamin-B-Mangel, Augenreizung...) hoffe ich jedoch, das auch Nr. 03 und später die zwei anderen kleinen Nattern das gut und gesund überstehen werden.nach oben

Nach dem Tierarztbesuch am 26.11.2001

Die kleine Nr. 03 ist wieder gesund! Welch Freude! Noch viel mehr freue ich mich darüber, das die anderen beiden kleinen Holsteiner nicht befallen sind, also keine Behandlung erforderlich wird.

Rückblickend muß ich sagen, das die Behandlung dieser kleinen Natter auch für mich gar nicht so schlimm war, da sie sich kaum wehren kann und auch Zappeln keine großen Konsequenzen in Sachen Wegkriechen nach sich zogen, hatte ich relativ leichtes Spiel. Nun wird sie sich erst wieder daran gewöhnen müssen, das nicht jedes Öffnen der kleinen Fallscheibe mit Medizineingaben verbunden ist...aber das kriegt sie ganz sicher hin!

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