Unterscheidung der westlichen Thamnophis sirtalis-Unterarten

(Maus kurz über den Fotos verweilen lassen um Zuordnung zu erkennen)

T. s. parietalis het. anery. Bild 019T.s. pickeringii Bild 011

Dieser Artikel soll helfen einige der rotgefärbten Stumpfbandnattern sicherer von einander zu unterscheiden. Ich konzentriere mich hierbei auf die grob westlich vorkommenden Unterarten von Thamnophis sirtalis. Diese weisen für gewöhnlich allesamt einen mehr oder weniger starken Rotanteil auf. Keine Berücksichtigung finden die im Ostteil Nordamerikas vorkommenden Arten bzw. Unterarten, zumal diese für gewöhnlich keinen Rotanteil aufweisen (zumindest in der für die wildfarbenden Tiere typischen Färbung). Ebenfalls unberücksichtigt bleiben andere rötliche Thamnophis-Arten der Westhälfte Nordamerikas (z.B. T. ordinoides oder T. elegans terrestris).

T.s. pickeringii Bild 012

T.s. fitchi Bild 002Es werden hier also die folgenden T. sirtalis Unterarten behandelt, wobei ich versuchen möchte eher die meiner Meinung nach offensichtlichen Unterscheidungsmerkmale aufzuführen, denn oftmals läßt sich anhand eines schönen Fotos bspw. die Färbung der Bauchschuppen nicht erkennen. Hinzu kommt, das die Farbe der Rücken-/Seitenstreifen etc. recht variabel ausfallen kann oder auf einem Foto ganz anders wirken könnte:

Thamnophis sirtalis concinnus (Rotfleckige Strumpfbandnatter)
Thamnophis sirtalis dorsalis (New Mexico Strumpfbandnatter)
Thamnophis sirtalis fitchi (Kalifornische Strumpfbandnatter)
Thamnophis sirtalis infernalis (Kalifornische Rotseitige Strumpfbandnatter)
Thamnophis sirtalis parietalis (Rotseitige Strumpfbandnatter)
Thamnophis sirtalis pickeringii (Pickering's Puget Sound Strumpfbandnatter)
Thamnophis sirtalis tetrataenia (San Francisco Strumpfbandnatter).

Beginnen werde ich mit der in unseren Terrarien wohl am häufigsten gehaltenen roten Unterart, der Rotseitigen Strumpfbandnatter Thamnophis sirtalis parietalis (erstes Foto auf dieser Seite). Diese hat eine olivfarbende Kopfoberseite und breite Rücken- und Seitenstreifen. Zwischen dem Rücken- und den Streifenstreifen befinden sich große rote und schwarze Flecken, welche sowohl in den Rückenstreifen, vor allem jedoch in die Seitenstreifen einfließen können. Die roten Flecken sollen generell bis an den Rückenstreifen heranreichen - ein wichtiges Merkmal bei der Unterscheidung und Abgrenzung zu den übrigen Unterarten! Im nördlichen Verbreitungsgebiet weist T. s. parietalis einen geringeren Rotanteil auf, hier könnte es zu Verwechslungen mit anderen Unterarten kommen. Wichtig für die Identifikation ist, das das Rot bis an den Rückenstreifen grenzt (ggf. auch erst bei massiver Dehnung der Haut).

T.s. fitchi Bild 001Vor allem auf einigen zur Verfügung stehenden Fotografien erscheinen Thamnophis sirtalis fitchi und Thamnophis sirtalis dorsalis der zuerst beschriebenen Unterart parietalis recht ähnlich. Somit stelle ich also die Unterschiede dieser Unterarten zu T. s. parietalis einmal heraus. Bei beiden Unterarten reicht die Rotfärbung nicht bis an den Rückenstreifen. Nach dem Rückenstreifen von T. s. fitchi folgt ein breites schwarzes Band an welches sich große rote und schwarze Flecken in einer Reihe anschließen; bei T.s. dorsalis wird der Rückenstreifen auf beiden Seiten von einem sehr schmalen aber klaren dunklen Band gesäumt. Die schwarzen Flecken von T. s. dorsalis sind deutlich kleiner als bei den anderen (roten) T. sirtalis Unterarten. Für T. s. dorsalis muß angemerkt werden, das die hier abgebildeten Tiere außergewöhnlich kräftig rot und klar gezeichnet sind. Insbesondere bei T.s. fitchi sind die Übergänge zu den Streifen deutlicher als bei T. s. parietalis, d.h. die roten und schwarzen Flecken fließen deutlich weniger in die Seitenstreifen ein.

T.s. dorsalis Bild 002In der Vergangenheit ist es u.a. in der deutschen Literatur zu Verwechslungen zwischen Thamnophis sirtalis fitchi und Thamnophis sirtalis pickeringii (Fotos weiter oben) gekommen. Dabei sind die Unterschiede schon recht auffällig! Sowohl Rücken- als auch Seitenstreifen von T. s. pickeringii sind auffällig schmal, oftmals sogar nur eine einzige Schuppenreihe breit. T. s. pickeringii weist nur lokal (Vancouver Island in Kanada) eine deutliche Rotfärbung auf. Diese beschränkt sich auf kleine rote Flecken über den Seitenstreifen auf ansonsten sehr dunklem, zumeist schwarzem Grund.T.s. dorsalis Bild 001

Ebenfalls einen recht schmalen, aber vergleichsweise eben doch breiteren Rückenstreifen weist Thamnophis sirtalis concinnus auf. Von den bisher beschriebenen Unterarten grenzt sich diese jedoch durch die fehlenden Seitenstreifen ab. Zudem ist zunehmend der vordere Bereich der Kopfoberseite kräftig rot gefärbt. T. s. concinnus weist auch auf den Körperseiten große rote Flecken auf, welche ebenfalls den Rückenstreifen nicht erreichen.

T.Die letzten beiden Unterarten Thamnophis sirtalis infernalis und Thamnophis sirtalis tetrataenia strahlen den Betrachter mit ihren kräftig rot gefärbten Kopfoberseiten regelrecht an. Deutliche Unterschiede finden sich bei diesen beiden Unterarten auf den Körperseiten. T. s. tetrataenia weist unter dem Rückenstreifen ein schwarzes, dann ein rotes und zum Seitensteifen wieder ein schwarzes Band auf. T. s. infernalis fehlt das schwarze Band über den Seitenstreifen und das rote Band ist von gleichmäßigen schwarzen Flecken unterbrochen.

Aus meiner Sicht stellt die Abgrenzung so mancher T. s. parietalis zu angrenzenden Unterarten wie T. s. fitchi wohl als das größte Problem mit den vielleicht häufigsten Fehlbestimmungen dar. Die vorgekommenen Verwechslungen zwischen den Unterarten fitchi und pickeringii sind unnötig, da die Tiere sich deutlich unterscheiden (übrigens handelt es sich bei den hier gezeigten T. s. fitchi um Nattern, welche als pickeringii angeboten wurden). Mit Ausnahme der Unterart T. s. dorsalis sind alle Nattern mehr oder weniger häufig oder sogar schwierig auch in Deutschland zu bekommen, also Augen auf beim Kauf und viel Spaß beim Unterarten-Bestimmen ;-).

T.s. concinnus Bild 013T. s. infernalis Bild 004T. s. tetrataenia Bild 001
T. s. infernalis Bild 005

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei den Strumpfbandnatter-Freunden Peter Ammermann, Daniel Grübner und Damon Salceies für ihre wunderbaren Fotos von herrlichen Nattern (ich konnte sie gar nicht alle verwenden!), welche ich selbst leider nicht halte - aber was noch nicht ist, kann ja irgendwann auch noch werden... ;-).


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