Natterntalk - Die Nattern plaudern

Die Bruchis (0,0,4 Thamnophis sirtalis pickeringii, Nachzucht 2003)

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Als wir erfahren haben wie der Jan gedenkt uns zu nennen, sind wir fast vom Ast gerutscht! 'Die Bruchis'! Irgendwie kam uns das doch recht vertraut vor und nach kürzem Grübeln fiel uns ein, das unser vorheriger Schlangenpapa so ähnlich heißt. Hmmm, das hat der Jan nun davon, das er uns eher scherzhaft in den ersten Wochen immer so nannte, denn nun kann er sich nicht mehr umstellen. Uns ist das natürlich völlig gleichgültig - Hauptsache gesund und munter; und das sind wir, wie uns der Tierarzt gerade bescheinigt hat.

T. s. pickeringii Bild 004Wir wurden am 26.05.2003 geboren und sind sozusagen 'very international', denn unser Vater stammt aus Washington, während unsere Mutter eine echte Vancouver-Inselnatter ist. Mütterlicherseits wurden uns einige rote Flecken mehr mitgegeben, als sie z.B. unser Vater und seine Verwandschaft aufweisen könnten. Dort wo unser Vater herkommt sind die Nattern unserer Art nämlich eher komplett schwarz mit leuchtend blauen oder grünen Streifen; also ebenfalls sehr sehr hübsch.

Nachdem wir hier zuerst alle gemeinsam in einem kleinen Terrarium gelebt hatten, hat der Jan dann doch beschlossen, das wir getrennt wohl besser aufgehoben sind. Ganz besonders weil unser unschwer auszumachendes Weibchen bei den Fütterungen nichts anderes zu tun hat, als den anderen Nattern das Futter brutal abzujagen. Das ist besonders anstrengend für den Jan, weil wir ganz sirtalis-like mit dem Futterstück im Mäulchen zuerst gern noch einmal das Terrarium abwandern um anschließend zum Futterschluck anzusetzen. Unser großes Mädel nutzte dabei jede Gelegenheit das Futterstück an sich zu nehmen, und wenn das nicht sofort klappte biß sie einfach in den Ober- oder Unterkiefer der futter-tragenden anderen Natter. Die ist frech, oder? Aber wir Männer sind nicht besser; denn mittlerweile verfolgt der bei unserem Mädel verbliebende Mann sie ununterbrochen während der Fütterung, so das beide erst mal zu gar nichts kommen. Irgendwann beruhigen sich dann beide und es kann losgehen, aber der Jan muß aufpassen wie ein Schießhund, denn egal ob vier oder zwei: am Futterneid ändert das überhaupt nichts!

T. s. pickeringii Bild 006Einer von uns, der Bruchi-Zwerg, wie der Jan ihn nennt, ist bislang noch nicht an das tote Futter gegangen. Nachdem er zweimal einen halben Rotwurm gefressen hatte, wurde ihm diese Sorte Wurm wohl über (man sagt diesen Rotwürmern ja nach das sie eklig für uns Nattern sind) und er bekommt nun lebendige Fischlein, welche er sich immer sofort fängt und unter großem Getue verschlingt. Ein ganz klein wenig hinkt er uns anderen drei größenmäßig hinterher, aber es besteht kein Grund zur Sorge, denn grade eben setzt auch er zu seiner zweiten Häutung hier an.

Übrigens fanden wir es echt deprimierend, das Ihr Menschen so wenig Fotomaterial über uns schmucke Nattern in Eurem Inter-Netz finden könnt. Der Jan hat es gerade mal auf zwei mickrige Bildchen bei seinem Suchmaschinen-Marathon gebracht. Er hätte garnicht erwartet das unsere Unterart überhaupt so hübsch aussieht! Was der alles nicht weiß ;-). Aber nun sind wir ja da und werden Euch regelmäßig über unsere Fortschritte unterrichten.


T. s. pickeringii Bild 003Nun haben wir zwischenzeitlich gerade unseren 4-Monats-Geburtstag hier in Berlin begangen, beim Jan sind wir nun schon seit über 3 Monaten. Noch immer leben wir getrennt nach Befindlichkeiten, was soviel bedeutet, das unser rabiates Weibchen (sollen wir sie 'Rabiata' nennen?) zusammen mit dem kräftigsten Kerlchen zusammenlebt. Die beiden anderen Kerls sind nach wie vor in ihren eigenen vier Glaswänden untergebracht. Natürlich hat der Jan sich Rabiata's Futterneid nicht bis zum jetzigen Zeitpunkt unbeeindruckt angeguckt. Mittlerweile muß sie oder eben das mitwohnende Kerlchen in einer Plastebox die Mahlzeiten einnehmen.

T. s. pickeringii Bild 008Unser Bruchizwerg scheint sich zu Jan'sens Liebling zu mausern. So stellt man das also an! Erst verweigert man totes Futter und dann lockt man den Jan damit, das man den Stint von der Pinzette fängt. Naja, nicht das wir drei anderen das nicht auch gekonnt hätten, aber nun ist es zu spät. Sowas würde der Jan uns wohl nicht mehr abnehmen, nachdem wir immerzu so artig und meist auch ohne Reste unsere Stücke der kleinen Mäuse oder Ratten auffuttern. Immerhin sind wir ganz klar im Längen-Vorteil. Der Bruchizwerg ist echt noch ziemlich lütte wenn man uns daneben sieht.

T. s. pickeringii Bild 007Was sollen wir Euch noch erzählen? Wir sind noch so jung, das uns einfach die Plaudertaschen-Erfahrung anderer Nattern fehlt. Wir sind oftmals noch ein bisschen nervös, wenn der Jan uns aus den Becken fangen will, aber wir schnappen natürlich nicht nach ihm und unsere angeborenen Duftspender-Funktionen setzen wir auch nur ein wenn wir (so im groben alle 4 Wochen) unsere Haut ins Terrarium schmeißen.


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Es ist jetzt fast ein ganzes langes Jahr her, das wir geboren wurden und anschließend auch gleich zu unserem Jan gezogen sind! Denn heute ist der 23.05.2004 und wir haben zwar nicht soooo viel Neues, aber doch ein bisschen was immerhin zu erzählen. Wir vier haben uns fast überhaupt nicht verändert - zumindest wenn man sich anguckt wie wir uns aufführen (aussehen tuen wir jetzt schwarz-rot-grün - absolut schick!). Mit Ausnahme des Bruchizwergs (der sowas von ein Streber ist...) sind wir recht rabiat und wenn Herrchen uns zur Fütterung oder Beckenreinigung mal umsetzten möchte, muß er damit leben, das besonders das große Bruchiweib (die sowas von gar keine Streberin ist...) gerne mal ein paar Schnapperken nach ihm macht. Zur Belohnung gibt es bei uns aber nie Futterreste, wo wir doch genau wissen, wieviel unserem Jan daran liegt, das wir brav und auch möglichst vollständig unser Futter verzehren.

Jetzt fragt Ihr Euch vermutlich warum der Bruchizwerg so ein Streber ist? Naja, der hält einfach unsere gemeinschaftlich abgezüngelte Masche nicht durch. Wenn's hochkommt flüchtet er einmal im Monat vor Jan'sens Hand. Ansonsten kriegt der auch immer noch eine Extra-Wurst - obwohl Wurst ja nicht stimmt. Der Zwerg hat sich auf kleine Babymäuse spezialisiert - und der Jan läßt ihm das einfach so durchgehen! Wir drei anderen futtern ja nun wirklich immer brav die Babyratten, aber der Zwerg braucht das nicht - toootal unklar! Und zur Krönung macht der Bruchizwerg hin und wieder auch noch bei der Häutung Faxen, was ja nur dazu führt, das Herrchen mal ein Stückchen Brille entfernen muß, wobei die beiden sich gleich noch näher kommen ... Na, wundert's Euch noch, warum wir den Zwerg einen Streber nennen?

T. s. pickeringii Bild 010Es gibt übrigens noch was naja...halbwergs Neues. Mitte März hat Herrchen uns noch einen fünften Bruchi besorgt. Der kleine Schatz heißt Socke (weil, Ihr habt es bestimmt schon erraten, die Übergabe von Socke eben in einer solchen stattfand) und auch hier war unser Jan überhaupt nicht konsequent. Man könnte fast glauben, das er senil wird und auch Socke besonders betuttelt. Das ganze ging damit los, das der Jan es einfach nicht abwarten konnte, bis Socke nun das erste Futter nach seiner Geburt (die war am 12.03.2004) bekommen bzw. ja eigentlich eher annehmen würde. Dank Jan'sens Ungeduld kriegte der lütte Socke also als erstes Futter einen Wurm - und Ihr werdet es nicht glauben: Bis genau zum heutigen Tag, das ist der 23.04.2004 wollte der kleine Kerl nichts anderes! Eher zufällig hat der Jan ihm dann heute nachmittag einen Stint ins Becken geworfen - und siehe da: Socke schnappte zu und weg war der Fisch. Wir anderen können's kaum abwarten, wie die Sache sich nun weiterentwickelt. Wird Socke der nächste verpimperte Zwerg oder zieht der Jan wieder härtere Seiten auf? Spannend!


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